Januar 11

Online Spielsucht – Wer ist gefährdet?

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Für die meisten Online-Spieler (auch “Gamer” genannt) ist Computerspielen eine Form der Entspannung nach einem hektischen Tag oder um mit Freunden zu kommunizieren – und damit einfach ein harmloses Hobby. Wenn jemand ab und zu gern mal ein Feierabendbier
trinkt, heist das ja auch noch lange nicht, dass dieses Bier schadlich
ist, ebenso ist es mit Computerspielen. Es gibt einige Spiele, die einem
helfen, individuelle Fahigkeiten und Allgemeinwissen zu verbessern
und aus diesem Grund sogar als nützlich eingestuft werden.

Solange der Spieler die Kontrolle uber das Spiel hat und nicht umgekehrt,
ist das Spielen – wie alles andere auch, das in Massen genossen
wird – nicht schadlich. Auch wenn man von einem Spiel derart gefesselt
ist, dass man es taglich spielt, ist noch nichts zu befurchten, solange
der normale Alltagsablauf nicht unterbrochen wird und man nicht vergisst zu essen oder zu schlafen – oder sich aus seinem sozialen Umfeld zurückzieht.

Ist das Computerspielen fur 95% der Gamer nicht mehr als eine
harmlose Ablenkung, die dem Spass und der Erholung dient, wird es in
anderen Fallen problematisch, wo eine gewisse Veranlagung und bestimmte Risikofaktoren zusammentreffen. Dies betrifft zum grosen
Teil sehr labile und unsichere Menschen (speziell bei Jugendlichen)
mit wenig sozialen Kontakten und die Schwierigkeiten haben, solche
zu knupfen. Bei diesen Menschen besteht dann die Gefahr, dass sie
die PC-Spiele zur Kompensierung ihrer dementsprechenden Defizite
benutzen, also sich zum Beispiel einen virtuellen idealen Charakter
bei „World of Warcraft“ aufbauen.

Dann konnen die PC-Spiele eine verheerende Wirkung bekommen, weil die sozialen Angste durch die virtuelle Idealwelt weiter verstarkt werden – ein Teufelskreis von Flucht aus der realen Welt und immer exzessiverer PC-Nutzung beginnt. Andererseits gibt es durchaus auch Falle von charakterstarken Menschen ohne die oben genannten Probleme, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen und dennoch abhängig von Online-Spielen oder Online Casinos im Vergleich wurden. Die Anfalligkeit fur Online-Spielsucht zieht sich durch alle Altersklassen und gesellschaftlichen Schichten. Somit gibt es kein Bild eines „typischen Computerspielsüchtigen“.




Verfasst Januar 11, 2016 von Andrea Weidenfeller in category "Netz", "Psyche", "Sucht", "Uncategorized